San Francisco, 15. Oktober 2011
Wieder in San Francisco. 14 Tage Roadtrip, 2200 Meilen auf der Straße. Los Angeles als größte Stadt mit 3,9 Millionen Einwohnern, Harmony mit dem schönsten Ortsnamen mit 16 Bewohnern und dieses kleine Nest im Sequioa Forest, dessen Namen ich leider vergessen habe, das aber allen Ernstes auf seinem Ortsschild seine Einwohnerzahl mit 1 1/2 angibt. Ich frage mich immer noch, wer dieser halbe Einwohner wohl ist. Ein Kind? Ein halbes Hemd? Ein Saisonarbeiter?
Das wird sich nicht mehr aufklären lassen. Deshalb zu den anderen Fakten: Natürlich haben wir uns zum Schluss noch in Calistoga im berühmten Napa Valley von der Qualität des kalifornischen Weins überzeugt. Eine Weinprobe, das macht man hier so.
Der Wein war gut, keine Frage, das war nicht anders zu erwarten. Allerdings sind wir nach der Weinprobe im Garten unserer Unterkunft, des wirklich hübschen Calistoga Inn, direkt zur Bierverkostung übergegangen. Und das ist die wahre Überraschung: Die Ehrenrettung des amerikanischen Biers ist überfällig.
Der Calistoga Inn etwa betreibt eine kleine Gasthausbrauerei. Pale Ales und Lager vom Feinsten brauen sie da, ein ganz hervorragendes Pilsener und sogar ein Oktoberfestbier. Und das ist keine Ausnahme.
Irgendwie hat sich in Europa das Vorurteil festgesetzt, amerikanisches Bier schmecke grausam und lasch. Das liegt daran, dass Bier hier nicht gleich Bier ist. Es gibt die großen Marken Bud, Miller und Coors mit ihrem dünnen Gesöff. Aber das trinkt man hier nur, weil es billig ist, oder weil man in einem gottverlassenen Kaff im Mittleren Westen wohnt und keine Wahl hat.
Aber “jeder auf der Welt mag Bier”, wie mir ein Amerikaner sagte, und deshalb brauen sie auch hier fast überall wunderbare Biere, in Mikrobrauereien wie Fat Tire, Colorado, Sierra Nevada, Kalifornien oder Deschutes, Oregon. Die schmecken gut, originell, anders. Und gar nicht nach amerikanischem Gesöff. Manche deutsche Brauerei, die immer noch auf dem hohen Ross des Reinheitsgebots sitzt, sich dabei aber längst an belgische Großkonzerne verkauft hat, könnte sich bei diesen kleinen Brauereien noch etwas angucken, hier im Bierland USA.










yep, genau so ist das!
meine top 3:
- anchor brewing anchor steam
- sierra nevada pale ale
- red hook ipa
und natürlich das “koelsch”, das im jupiter in berkeley hatte!
wobei “full sail” (“employee owned”!) und “caldera” auch nicht zu verachten sind…
verdammt
f r ä n c i s