Midpines, Yosemite Park, 10. Oktober 2011
Amerikas Nationalparks sind einzigartig. Solche Landschaften, Felsen und Täler wie hier in Yosemite gibt es weltweit nicht oft. Jedenfalls dürfte kein anderes Land auf der Welt existieren, das seine Nationalparks derartig gut erschlossen hat. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts war den Parkgründern vor allem wichtig: An die größten Attraktionen muss der Besucher mit dem Auto ran.
Und deshalb haben die größten Wasserfälle, die höchsten Bäume, die besten Aussichtspunkte riesige Parkplätze, natürlich mit reichlich Behindertenstellplätzen ganz vorne. Die vom Parkplatz kurzen Wege sind selbstverständlich asphaltiert und auch mit Rollstuhl, Krückstock oder 200 Kilo Lebendgewicht (dieser Fall ist leider der häufigste) einfach zu erreichen. Das ist natürlich einerseits toll – auch zusammen mit der 109 Jahre alten Urgroßmutter kann man grandiose Naturschauspiele erleben. Andererseits aber führt genau das dazu, dass die Hauptattraktionen maßlos überlaufen sind – und: es bleibt ein schaler Beigeschmack. Eine Aussicht, die man sich nach langer Wanderung erarbeitet hat, fühlt sich dann doch wertvoller an als eine, für die man nicht einmal den Motor ausstellen muss.
Im Sequioa Nationalpark treibt die Liebe zum Auto besondere Blüten. Der Park ist vor allem für seine gigantischen Bäume bekannt. Da liegt es natürlich nahe, den auto log zu schaffen, einen Baumstamm auf den man hinauf fahren kann, und den tunnel log, einen Baum durch den man hindurch fahren kann. Seltsamerweise scheinen diese beiden doch eher künstlich geschaffenen Attraktionen – neben dem größten Baum der Welt – für die meisten Besucher die wichtigsten zu sein.
Auf den Wanderwegen aber, die sich mehr als dreihundert Meter vom Parkplatz wegbewegen, herrscht Stille, traumhafte Ruhe. Ab und zu kommt einem ein Wanderer entgegen, der in den Augen der meisten Parkbesucher entweder verrückter Extremsportler, kommunistischer Eremit oder wenigstens Europäer sein muss.
Und so verhindert das schiere Ausmaß dieser Parks, dass sie endgültig zu einem Natur-Disneyland verkommen. Es sind einfach zu viele Felsen, zu viele Täler, zu viele Aussichtspunkte. Die alle mit Straßen, Behindertenparkplätzen und Aufzügen zu versehen, nein, das schafft selbst Amerika nicht.












— ein interessanter link:
http://www.nytimes.com/2011/09/06/us/06yosemite.html?_r=1&scp=1&sq=yosemite%20death&st=cse
f r ä n c i s
Interessant. Und ja, “this is not Disneyland.” Aber viele verhalten sich so. Im Juli möchte ich ehrlich gesagt nicht dort sein.