Dörverden, 24. Juli 2008
Bisher ging ich als anständig Werder-Bremen-sozialisierter Mensch davon aus, dass das alte Stadion-Lied Wo die Weser einen großen Bogen macht auf dem Mist von Werder Bremen gewachsen ist. Seit ich denken kann, ist es das Vereinslied.
Heute machte ich die Bekanntschaft des Männergesangvereins Concordia, der am Weserufer in Dörverden ein fesches Lied schmetterte:
Wo die Weser einen großen Bogen macht,
so weit, so gut. Die nächste Zeile müsste heißen: Wo das Weserstadion strahlt in neuer Pracht…
Wo der Kaiser Wilhelm hält die treue Wacht,
Moment! Kaiser Wilhelm? Wir hatten mal König Otto, aber das ist lange her.
Wo man trinkt die Halben in zwei Zügen aus,
Da ist meine Heimat, da bin ich zu Haus.
Die Halben in zwei Zügen trinkt man auch im Stadion aus. Aber trotzdem muss es heißen: Wo man trägt die allerschönsten Spiele aus, da ist unsere Heimat, da sind wir zuhaus.
Und dann weiter: Wir stehn für Werder ein, für SV Werder ein, für Werder Bremen uns’ren Verein, das soll der Schlachtruf sein, für Werder Bremen, uns’ren Verein…
Doch was sangen die älteren Herren vom Gesangsverein Concordia:
Wir zieh’n ins Weserland,
Ins schöne Heimatland,
Dich will ich lieben
Bis in den Tod.
Ich bin schockiert. Die Welt meiner Kindheit ist aus den Fugen geraten. Und mit großem Bogen ist angeblich nicht der wunderschöne Weserbogen am Weserstadion gemeint, sondern der in Porta Westfalica beim ollen Hermannsdenkmal. Und das Lied stammt angeblich nicht aus dem Jahr 1983, sondern sei viel älter!
Aber in Porta Westfalica spielt man doch keinen Fußball! Ja selbst das, was man im nahen Bielefeld tut, hat mit Fußball nur entfernt zu tun. Ich verstehe das alles nicht.









