El Calafate, 24. April 2007
Die Welt ist klein. Eine Binsenweisheit, ich weiss. Und ich verspreche, ich werde es nie wieder sagen, wenn ich in Berlin einen alten Schulkameraden aus Bremen treffe. Denn die Begegnung gestern Abend war viel bizarrer als das. Ich komme in El Calafate an, bin ein wenig stolz, dass ich fast bis ans Ende der Welt gereist bin. Und dann – treffe ich Gabriel.
Mir war schon eine Ahnung gekommen, als der Mensch im Hostel mir sagte: Du kommst aus Berlin? Hier ist noch ein Gast aus Berlin. Er heisst Gabriel. Frederik hatte mir erzählt, dass Gabriel auch plante, nach Südamerika zu fahren. Ich wollte Gabriel eigentlich noch eine E-Mail schreiben, wann und wohin er fahren würde, vergass es aber im Stress vor der Abfahrt.
Und nun treffen wir uns hier und stellen fest, dass wir uns beinahe schon früher begegnet wären. Wir sind beide am Karfreitag in Buenos Aires angekommen, beide mit Air France aus Paris. Er hat allerdings den Tagflug über Sao Paulo genommen, ich bin nachts direkt nach Buenos Aires geflogen. Nun sitzt er im Hostel und wartet auf seinen Bus nach Ushuaia um vier Uhr morgens.
Ich verschiebe meinen Plan, den Ort zu erkunden auf heute und sitze bis drei Uhr morgens bis Gabriel an der Bar, trinke Wein, tausche Reiseerfahrungen mit ihm aus und freue mich nach all den Fremden ein bekanntes Gesicht getroffen zu haben – 15.000 Kilometer entfernt von zuhause.









